Wandern – Kulturlandschaft erleben und nachhaltige Entwicklung (Modul 1)

Prof. Dr. Lenelis Kruse-Graumann und Team der Wanderakademie, Foto: Sabine Wächter

Modul 1 „Global denken – lokal handeln“ am 8. Juli im Umweltbildungszentrum Listhof und im EPiZ in Reutlingen

Wie plant man eine Wanderung unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit? Wie lässt sich ein umweltfreundlicher Lebensstil innerhalb einer geführten Tour didaktisch vermitteln?

Diesen Fragen gingen am Wochenende rund 20 Wanderführer und Naturliebhaber in Reutlingen nach: Das erste Seminar der dreiteiligen Kursreihe „Wandern – Kulturlandschaft erleben und nachhaltige Entwicklung“ der Heimat- und Wanderakademie Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb fand am Sonntag, 8. Juli, im Umweltbildungszentrum Listhof sowie im Entwickungsädagogischen Informationszentrum EPIZ statt.

„Bei der Kursreihe geht es darum, wie bei einer Wanderung soziale und ökologische Belange im Sinne einer nachhaltigen Landschaftsentwicklung erfahrbar gemacht werden können“, erklärt Karin Kunz, Ansprechpartnerin und Projektkoordinatorin der Heimat- und Wanderakademie. Dazu sei es notwendig, die globalen Zusammenhänge zu kennen und sie auf eine lokale bzw. regionale Ebene zu bringen.

Das Einfürhrungsreferat zur Veranstaltungsreihe hielt die in der deutschen UNESCO-Kommission „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) sitzende, renommierte Umweltpsychologin, Prof. Dr. Lenelis Kruse-Graumann. Sie fokussierte inhaltlich  auf die Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur und die Notwendigkeit der Umgestaltung der derzeit nicht-nachhaltigen hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft.

Der Erhalt unserer Kulturlandschaft sei auf Dauer nur gesichert, wenn es gelänge, wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte gleichwertig zu berücksichtigen.

Die Thematik griff anschließend auch Markus Schwegler vom Umweltbildungszentrum Listhof auf. Er führte die Teilnehmer u.a. durch den Sonnengarten, wo alternative Energieformen als Modelle ausgestellt sind und ausgetestet werden können. Die Teilnehmer konnten beispielsweise Spiegeleier auf einem Solarkocher braten, ein rein mit Pflanzenöl aus dem Supermarkt betriebenes Auto austesten oder eine Runde mit einem Pedelec fahren.

Listhof, Fuhrpark, Foto: Sabine Wächter

Am Ende der Veranstaltung wurde ein fiktionaler Wanderrucksack gepackt, in dem sich neben einem ökologisch korrektem Vesper viele symbolische Objekte, beispielsweise ein Stein zum Veranschaulichen des heimischen oder eines exotischen Bodens, ein Stück Holz als Symbol für eine bestimmte Baumart, ein Handspiegel zum Zeigen eines Perspektivenwechsels, eine Weltkarte  und sogar eine Rolle Toilettenpapier-  Tempos verrotten schlecht – befanden. „Man kann nur Anstöße vermitteln, Haltungen zu ändern ist ein langwieriger Prozess“, meinte Sigrid Schell-Straub vom EPIZ.

Deshalb wird die Kursreihe „Wandern – Kulturlandschaft erleben und nachhaltige Entwicklung“ in der Heimat- und Wanderakademie noch bis 2013 mit 2 weiteren Modulen fortgesetzt.