Seminar Schulwandern 2012 auf dem Eschelhof

Leitung: Margit Elgner-Eisenmann, Bernd Magenau, Stefan Österle

Teilnehmende: Lehrkräfte von Grund-, Berufs- und Sonderschulen, eine Schulleiterin GHS, sowie eine zert. Wanderführerin

Prolog

Es läuft, es geht, in vielen Dingen bin ich bewandert. „Ich bin der Meinung, dass alles besser gehen würde, wenn man mehr ginge.“ (Johann Gottfried Seume 1763 – 1810) Die Sprache bringt zum Ausdruck, was jeder Wanderer erlebt. Wandern ist Wandlung, der Wanderer verändert seinen Standort, er sieht seine Umwelt aus verschiedenen Blickwinkeln und erwandert sich Weitblick. Ein Weitblick, der im Alltag oft abhanden kommt.
Es ist kein Zufall, dass Persönlichkeiten wie Jesus von Nazareth, Goethe, Martin Heidegger, Hesse, Carl Carstens, Angela Merkel, Winfried Kretschmann und nicht zuletzt der österreichische Theaterautor Thomas Bernhard Wanderer waren und sind. Letzterer formulierte: „ Wir müssen gehen, um denken zu können.“
Abgesehen von der metaphysischen Wirkung des Wanderns, der zweckfreien Bewegung in der Natur, bietet diese Tätigkeit, die das Gehirn mit Sauerstoff versorgt, es sonst durch den geübten Bewegungsablauf aber nicht weiter belastet, Raum für geistige Aktivität. Geographie, Biologie, Gemeinschaftskunde, Religionswissenschaften und Mathematik betreibt der Wanderer auf Schritt und Tritt fast wie von selbst. Der Wanderer lernt seinen Körper, seine Ausdauer und Leistungsfähigkeit kennen und begegnet seiner Umgebung als Partner. Der Wanderer interessiert sich für die Schönheit der Welt und für ihre Erhaltung. Er interessiert sich für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur und weiß, dass dieses Interesse bei jedem Menschen und vor allem bei den Kindern am Leben gehalten werden sollte. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist für den Wanderer selbstverständlich.

Nachfolgend ein paar Highlights vom Kurswochenende:

Einführung Karte und Kompass und Kurzwanderung mit Einsatz von GPS-Geräten (Bernd Magenau)
Anhand der digitalen Karte werden Sinn und Funktion der Karte erklärt. Kompasse werden verteilt und erklärt. Auf der Karte Maßstab 1:35 000 rund um den Eschelhof werden Richtungswinkel zu verschiedenen Zielen gemessen. Die GPS-Geräte werden erklärt und teilweise programmiert, dann beginnt die Schatzsuche.

Erlebnispädagogik; Kochen im Freien (Stefan Österle)
Wir hacken Holz, sägen, machen Feuer, schnippeln Gemüse (Warenkunde, Gespräch über Einkaufsverhalten, Bioware, lokale Erzeuger und Anbieter, vegetarische Ernährung)

Erlebnispädagogik; meine Welt auf einem Quadratmeter (Stefan Österle)
Jeweils zwei Teilnehmerinnen erhalten einen quadratischen Holzrahmen mit einem Meter Kantenlänge. Dieser Rahmen wird in der Natur installiert und als Welt bebaut, als Baumaterial dienen Erde, Äste, Steine, Pflanzen. Anschließend findet die Vernissage der „Weltausstellung“ statt, die Welten werden besichtigt, vorgestellt und kommentiert.

Philosophieren mit Kindern (Stefan Österle)
Das Bewegen in der Natur kann zu Gesprächen animieren, in denen über die Welt nachgedacht wird. Bei der Betrachtung der Landkarte kann über die Ausbreitung des Menschen in der Natur nachgedacht werden. Ein Friedhof oder eine tote Maus am Wegrand regt zum Gespräch über die Vergänglichkeit an; ein Blick in den blauen Himmel oder in den Sternenhimmel über die Unendlichkeit. Für viele Pflanzen und Insekten können Namen gefunden werden (Begriffsbildung in der Natur).

Nachtwanderung (Bernd Magenau)
Während der Nachtwanderung bleiben die Teilnehmer ca. fünf Minuten alleine im Wald und horchen in die Nacht. Eine Gruselgeschichte im alten Steinbruch schließt die Wanderung ab.

Kurzwanderung unter Berücksichtigung der Themen Naturerfahrung und BNE (Margit Elgner-Eisenmann). Während der Wanderung werden verschiedene spielerische Elemente eingebaut wie z.B. „Memory mit Blättern“, „Stillwanderung“, „Landart“, dadurch wird die Aufmerksamkeit geschärft und die Ergebnisse des Spiels können als Aufhänger für  weiterführende Diskussionen dienen. Das abschließende Anfertigen eines  Gemeinschaftskunstwerks aus bunten Blättern, Fliegenpilzen bizarren Wurzeln und vielfarbigen Flechten stärkt das Gruppenerlebnis.

Möglichkeiten einer Schulwanderung (Margit Elgner-Eisenmann, Stefan Österle)
Austausch von Ideen für Schulwanderungen zu verschiedenen Themen wie Naturräumen, Jahreszeiten, Märchen/Sagen/Geschichten, Gesetzmäßigkeiten in der Natur, regionalen Produkte und  vieles  andere mehr.