Schnupperkurs Gesundheitswandern in Plochingen – eine Aktion anlässlich des 125jährigen Jubiläums des Schwäbischen Albvereins

Gesundheitswandern ist ein tolles Bewegungsprogramm das Wandern, Naturerlebnis, Geselligkeit und physiotherapeutische Übungen wirkungsvoll kombiniert. Dass dieses einzigartige Angebot tatsächlich fit macht, ist inzwischen sogar durch eine wissenschaftliche Studie nachgewiesen. Gesundheitswanderungen werden wöchentlich angeboten und dauern ca. 2 Std. Dabei wird auf einer Strecke von ca. 3 – 5 km abwechselnd gewandert und bei Stopps zwischendurch bei speziellen Übungen die Muskulatur gekräftigt und gedehnt und die Koordination geschult. Das der Spaß dabei nicht zu kurz kommt, versteht sich von selbst! Zum nachfolgenden 3teiligen kostenlosen Schnupperkurs laden wir herzlich ein:

Termine:
Montag, 3., Donnerstag, 6. und Dienstag, 11. Juni 2013, jeweils von 17.30— bis 19.30 Uhr

Treffpunkt:
Parkplatz Firma Lutz GmbH, Filsweg 42

Mitzubringen:
Gutes Schuhwerk und witterungsangepasste Kleidung

Veranstalter:
Schwäbischer Albverein,
Gesundheitswanderführer
Regine Erb (Telefon: 0 70 25 / 84 36 55, E-Mail: jura-guide@gmx.com) und
Markus Rückert (Telefon: 071 23 / 363 17, E-Mail: )

Zur organisatorischen Vorbereitung ist eine Anmeldung bei den Gesundheitswanderführern bis spätestens 28. Mai 2013 erwünscht, aber auch kurzfristige Teilnehmer/Teilnehmerinnen (auch an einzelnen Terminen) sind herzlich willkommen.

Was hat Wandern mit nachhaltiger Entwicklung zu tun?

Wie können Wanderführer das Thema nachhaltige Entwicklung auf Wanderungen vermitteln und erklären? Und: Warum ist das wichtig?

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Diese Fragen hat man sich bei der Heimat- und Wanderakademie im Schwäbischen Albverein gestellt und im Juli 2012 eine dreiteilige Kursreihe „Wandern – Kulturlandschaft erleben und nachhaltige Entwicklung“ ins  Leben gerufen. Diese ging am 11. Mai 2013 mit einer Busexkursion durch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb zu Ende.

Die Kursreihe, wurde in Kooperation mit der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwäbische Alb, der Umweltakademie Baden-Württemberg  sowie Tourismusverbänden und verschiedenen Umweltinformationszentren durchgeführt. Außerdem wurde sie vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes finanziell unterstützt.

Zu der Veranstaltungsreihe waren renommierte Experten aus der Wissenschaft sowie regionale Akteure eingeladen. Alle mit dem Ziel aufzuzeigen, was sich hinter dem Begriff „nachhaltige Entwicklung“ verbirgt, und wie Wanderführer und Bildungsakteure diesen Leitgedanken in ihre Angebote mit einbauen könnten. Die insgesamt 35 Kursteilnehmer bekamen nicht nur jede Menge theoretischen Input, sondern wurden auch selbst aktiv. Sie lernten Landschaft, Entwicklungen und Leute kennen und arbeiteten in Teams an didaktischen Konzepten für spätere Wanderungen.

Der Titel des letzten Kursmoduls lautete „Best practice – das Gute findet man gleich um die Ecke“. Während einer Busexkursion zu unterschiedlichen Orten und Stationen lernten die Teilnehmer das Nachhaltigkeitskonzept des Biosphärengebiets Schwäbische Alb kennen, diskutieren mit Fachleuten über nachhaltigen Tourismus und das Spannungsfeld Naturschutz, Landwirtschaft und Freizeit.

Der Münsinger Bahnhof als Türöffner für die Region

Erste Station der Reise war das Informationszentrum Bahnhof Münsingen. Der Chef der Touristinformation gab aufschlussreiche Einblicke in das Nachhaltigkeitskonzept der Schwäbischen Alb-Bahn und erzählte Wissenswertes zur Bahnhofsgeschichte. Der Münsinger Bahnhof ist nicht nur Haltestelle für die Züge der Schwäbischen Alb-Bahn, sondern auch eine Außenstelle der Touristik-Information der Stadt und Verwaltung der Schwäbischen Alb-Bahn Gesellschaft. Besucher können sich eine Ausstellung unter dem Motto „Reiseziel Natur“ ansehen. Zu finden sind hier für die Gegend typische Exponate mit Informationen zu Schafhaltung und Beweidung, Streuobstwiesen und -produkten sowie zu Geologie und Fossilien.

Informationszentrum Bahnhof Münsingen, Foto: Sabine Wächter

Bahnhofsvorsteher Weckler sieht im Bahnhof einen wichtigen Türöffner, welcher das Interesse der Besucher für die Region zu wecken vermag. „Der Bahnhof stellt die Verbindung zwischen Reiseziel, Natur und bahnhofstypischen Elementen her“, so Weckler: „Unser Bahnhofskonzept bietet den Leuten, die mit dem Zug hierher kommen, einen Mehrwert“, so der Tourismusfachmann weiter.

Biosphärenzentrum mit vielfältigen Informationen

Nächste Station für die Kursteilnehmer war das Biosphärenzentrum Schwäbische Alb im Alten Lager in Münsingen-Auingen. Der ehemalige Truppenübungsplatz ist die größte unzerschnittene Fläche in Baden-Württemberg.  Der pädagogische Mitarbeiter des Zentrums Jochen Rominger erklärte zuerst das Konzept des Biospährengebiets mit Zonierung, Regionalentwicklung und Partnerinitiativen. „Der Reichtum der Schwäbischen Alb ist ihre Schönheit“, sagte er. Übergeordnetes Ziel sei, dass Mensch und Natur langfristig voneinander profitierten. Eine interaktive Ausstellung vermittelte anschließend wertvolle Informationen rund um das Biosphärengebiet, seine Ausdehnung, seine geologischen Besonderheiten, seine Ausflugsziele und seine Landwirtschaft.

BruderhausDiakonie als Beispiel sozialer Nachhaltigkeit

Da sich eine nachhaltige Entwicklung als Dreisäulenmodell aus Ökonomie – Ökologie – Soziales versteht, stand bei der Busexkursion auch der Besuch einer sozialen Einrichtung auf dem Programm.  Am Beispiel der Bruderhausdiakonie Buttenhausen wurde aufgezeigt, wie Nachhaltigkeit im Sinne diakonischer Arbeit verstanden und gelebt wird. Die Einrichtung ist der zweitgrößte Arbeitgeber in der Region Münsingen. In Buttenhausen geht es vor allem um Sozialpsychiatrie mit Anbindung einer kleinen Behindertenhilfe. „Wir verstehen uns als Komplementäreinrichtung“, so der stellvertretende Leiter Marc Böhringer. Nach einer Erkrankung sei es für die Patienten wichtig, eine Tagesstruktur zu erhalten und so gut es ginge, am beruflichen und sozialen Leben teilnehmen zu können. Zur Einrichtung gehören ein Restaurant, eine kleine Weberei, eine Gärtnerei und sogar eine gewerbliche Wäscherei.

Der Besuch der BruderhausDiakonie hat Anregungen für eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Albverein aufgezeigt. So wäre es beispielsweise denkbar, für Menschen mit Handicap ein spezielles Wanderprogramm anzubieten und die Wanderführer entsprechend zu schulen. Thomas Haigis von der Heimat- und Wanderakademie brachte den Begriff der Inklusion ins Spiel: „Behinderte sollen am Gemeinschaftsleben teilnehmen können und der Albverein könnte im Rahmen gemischter Wanderangebote Möglichkeiten dazu schaffen“. Denn: Beim Albverein kümmere man sich nicht nur um die Landschaft, sondern auch um die Leute.

Botanische Exkursion im Naturschutzgebiet Digelfeld

Bildung für nachhaltige Entwicklung - Busexkursion am 11. Mai, Foto: Thomas Haigis

Der letzte offizielle Programmpunkt des Kurses war eine Exkursion in das Naturschutzgebiet Digelfeld unter der Leitung von Hauptnaturschutzwart Süd, Dr. Wolfgang Herter und Gaunaturschutzwart Fritz Merkle. Hier lernten die Teilnehmer die typische Frühjahrsvegetation auf kalkigem Magerrasen kennen. Dazu zählen Frühlingsenzian, Kerbel, Berberitze, Frühlingsfingerkraut, Kugelblume und gelber Enzian. Das Digelfeld beheimatet aber auch Orchideenarten wie etwa das Helmknabenkraut. Herter zeigte anschaulich auf, wie man die Blumen aufgrund von Standort, Farbe, Blüte, Blättern und Blattstellung erkennt. Die Teilnehmer erfuhren zudem eine Menge über die ökologischen Zusammenhänge und die Entwicklung des Naturschutzgebiets.

Der Ausklang des informationsreichen Tages fand im Wanderheim Burg Derneck statt, wo sich die Teilnehmer mit Leckereien aus der Region stärken konnten.

Wertvolle Anregungen für Wanderungen

Die Nachhaltigkeitsreihe hat aufgezeigt, wie sehr Landschaft und Menschen miteinander verbunden und voneinander abhängig sind und wie Veränderungen in der Natur soziale, ökonomische und ökologische Auswirkungen mit sich bringen. „Die Teilnehmer konnten wertvolle Anregungen und Informationen zur nachhaltigen Gestaltung ihrer Wanderangebote mit nach Hause nehmen“, glaubt die Projektkoordinatorin der Heimat- und Wanderakademie Karin Kunz. Gerade beim Wandern könnten natürliche Zusammenhänge und kulturhistorische Entwicklungen gut vermittelt werden – davon ist sie überzeugt.

Die Kursreihe setzt sich fort

Im Herbst soll es mit der Kursreihe weitergehen:

Am 11. und 12. Oktober gibt es eine zweitägige Veranstaltung unter dem Titel „Schöpfung bewahren – aber warum!?“  in Kooperation mit dem Umweltbeauftragten der evangelischen Landeskirche. Freitagabends findet ein Vortragsabend im Haus der Volkskunst in Balingen mit Prof. Dr. Konold statt. Am Samstag geht es dann mit einem Planspiel und Gruppenarbeit  weiter. Im Frühjahr 2014 sollen die Teilnehmer bei einem Praxisseminar aufzeigen, wie sie das Thema „Bildung zur nachhaltigen Entwicklung“ bei ihren Wanderungen konkret umsetzen können.