Die Natur als Klassenzimmer

Irfan und Maximilian strahlen vor Begeisterung: „Es macht großen Spaß jeden Mittwoch mit der Schule rauszugehen. Wir sind total gern im Wald und waren auch schon auf der Schwäbischen Alb in einer Höhle, die war total cool“, erklären sie.

Die beiden neunjährigen Schüler der Stuttgarter Hohensteinschule wollen am liebsten auch weiterhin im Freien lernen. Denn die letzten zwei Jahre war das Normalität: Sie hatten jeden Mittwoch Schulunterricht außerhalb des Klassenzimmers: im Wald, im Park oder man machte einen abenteuerlichen Ausflug.

Das Projekt „Draußenschule“ war 2014 vom Deutschen Wanderverband (DWV) initiiert worden und die Stuttgarter Hohensteinschule in Zuffenhausen war eine von drei bundesweiten Modellschulen, die über zwei Jahre hinweg einmal pro Woche Unterricht im Freien abhielten. Das Projekt wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert und von der Gutenberg-Universität Mainz wissenschaftlich begleitet.

Die Bezeichnung als „Draußenschule“ hängt nun in Form eines Schildes am Eingang der Zuffenhausener Grundschule. Enthüllt wurde es am 17. Oktober 2016 von Staatssekretär des Umweltministeriums, Dr. André Baumann und Frau Gerlinde Kretschmann.

Vielen Kindern fehlt heutzutage der Bezug zur Natur. Sie kennen kaum noch Pflanzen- oder Tierarten, der sinnliche Eindruck von Geräuschen und Gerüchen im Wald ist ihnen fremd. „Kinder sollten die Natur hautnah erfahren und begreifen können“, so André Baumann bei seinem Grußwort im Rahmen der Enthüllungsfeier. Wie fühlt sich Herbstlaub an? Wie eine Kröte? Wie sieht ein Mäusebussard aus? Wie klingt der Wald? Dieses Wissen müsse direkt in der Natur erworben werden.

Auch Gerlinde Kretschmann, die sich gemeinsam mit dem Schwäbischen Albverein für das Schulwandern stark macht, ist überzeugt, dass Draußensein den Schülern gut tut und den Nachwuchs sogar gescheiter macht. „Außerdem bedeutet Unterricht im Freien großen Spaß“, betont die ehemalige Lehrerin.

Beim Draußenunterricht können die Kinder eine besondere Beziehung zur Natur aufbauen. „Die Regelmäßigkeit setzt einen Prozess bei den Schülern in Gang. Sie erleben ganzheitliches und authentisches Lernen und die Bedeutung von Gemeinschaft“, weiß die Koordinatorin der Zuffenhausener Draußenschule Ursula Conradt.

Der Schwäbische Albverein als größter und bedeutender Mitgliedsverein des Deutschen Wanderverbands brachte sich beim Projekt Draußenschule in Zuffenhausen als kompetenter Begleiter und Unterstützer vor Ort ein. Der zertifizierte Schulwanderführer und Schauspieler Stefan Österle (siehe Foto Mitte) war Ansprechpartner und Berater an der Hohensteinschule.

Die Ausbildung zum Schulwanderführer gehört zu den Kernkompetenzen der Heimat- und Wanderakademie im Schwäbischen Albverein. Die Ausbildung startet mit einem Impulstag „Lernen im Freien“. Dieses Seminar ist vom Kultursministerium als amtliche Lehrerfortbildung anerkannt. Die Ausbildung zum Schulwanderführer erleichtert es Lehrern Schulwandertage durchzuführen.

„Sowohl die Wandertage als auch die Draußenschulen verstehen wir als einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Kinder und Jugendliche sollen einen Blick für die biologische Vielfalt in ihrer direkten Umgebung bekommen“, betont Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, seines Amtes Präsident des Schwäbischen Albvereins und des DWV.

Hier finden Sie noch die Pressemitteilung des DWV

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Über swaechter

Ich bin freie Journalistin und also solche für die Pressearbeit des Albvereins/Gesamtverein zuständig. Zur Pressearbeit beim Schwäbischen Albverein gehört beispielsweise die Erstellung von Pressemitteilungen und Texten, die Fotobeschaffung, die redaktionelle Arbeit für die Homepage, die Berichterstattung über vereinsinterne Veranstaltungen und Informationsforen, die Zusammenstellung von Presseunterlagen, die Realisierung von Presseterminen und Pressekonferenzen und die Entwicklung von Presseplänen über das Jahr. Außerdem arbeite ich punktuell für verschiedene Verlage als Redakteurin. Weiterhin mache ich projektbezogene Pressearbeit für Unternehmen, Messen sowie Vereine und Verbände. Meine Schwerpunkte sind Umwelt, Naturschutz, Gesundheit, Tourismus, aber auch Facility Management und Kommunaltechnik.