Perfekter Einklang beim Seminar „Wandern und Haiku“

Haiku, das ist eine sehr kurze Dichtform, ursprünglich aus Japan stammend, inzwischen in der ganzen Welt verbreitet. Drei Zeilen, möglichst nicht mehr als 17 Silben, um einen Augenblick der Gegenwart einzufangen. Beim Haikuseminar vom 2.-4. November 2018 in Löwenstein wurde beim Gang durch die Weinberge und den Wald versucht, die eigenen Eindrücke in wenigen Worten festzuhalten.

„Das Haiku ist die perfekte Literaturform beim Wandern“, so Seminarleiter Volker Friebel: Die Berge um Löwenstein, Rebzeilen der Hänge, weiße Segel auf dem Breitenauer See, das Tal der Sulm, wie es sich öffnet bis zum Horizont und den Ausläufern Heilbronns sind seiner Meinung nach perfekte Rahmenbedingungen.

Beim Wandern Haiku zu notieren, ist bei ihrer Kürze relativ einfach. Daraus dann für andere nachvollziehbare und inspirierende Texte zu machen, kann schon schwieriger werden. Beim Haikuwochenende gab es lebendige Gespräche um die Worte und das Erleben unter den Teilnehmern des Seminars. Allen hat die Verbindung von Gehen und Schreiben gefallen. Dies war das vierte Seminar dazu. Zweimal fand es im Kloster Kirchberg statt, einmal in Heiligkreuztal, nun in den Löwensteiner Bergen.

Drei Beispiele von Haikus, die draußen in der Natur entstanden sind:

Weiße Segel –
ein Wind kommt auf, zwischen
sich färbenden Bäumen.

Am Walnussbaum –
eine Krähe schwingt sich auf
in den Himmel.

Farben des Apfels –
angeglichen den Gräsern,
bei denen er liegt.