Do., 16.04.2026, Horb-Mühlen
Mofette am Neckar
Die Streckenwanderung führt zu den Mofetten bei Börstingen im „schwäbischen Sauerland“ unterhalb der Weitenburg. In der Bischofstadt Rottenburg am Neckar endet sie.
Die Wanderung beginnt am Bahnhof Horb-Mühlen, einem Ortsteil der ehemaligen Oberamtsstadt Horb, deren Geschichte bis in die Zeit der Grafen von Hohenberg zurückreicht. Von hier folgt der Weg dem Lauf des Neckars, der sich im Oberen Neckartal tief in den Muschelkalk eingeschnitten hat und seit Jahrhunderten Verkehrs- und Lebensader der Region ist. Ziel der Wanderung ist der Bahnhof der Bischofsstadt Rottenburg am Neckar, deren Wurzeln bis in die römische Siedlung Sumelocenna des 1. Jahrhunderts n. Chr. reichen.
Die durchwanderte Region ist wegen ihrer salz- und kohlensäurehaltigen Quellen als „Schwäbisches Sauerland“ bekannt. Diese geologischen Besonderheiten sind auf vulkanische Aktivitäten im Tertiär zurückzuführen, die bis heute in Form von aufsteigendem Kohlendioxid wirksam sind. Schon früh erkannte man die heilkundliche Bedeutung der sogenannten Sauerwässer, die seit dem 18. und 19. Jahrhundert den Aufstieg mehrerer Bade- und Kurorte begünstigten. In Bad Niedernau, Obernau, Bieringen, Sulzau, Börstingen, Bierlingen, Mühringen, Bad Imnau und Stetten wurden diese mineralhaltigen Wässer abgefüllt und teils überregional vertrieben. Besonders Bad Imnau entwickelte sich zu einem bedeutenden Kurort, der im 19. Jahrhundert von Adel und Bürgertum besucht wurde.
Neben dem Mineralwasser spielte auch das natürlich austretende Kohlendioxid eine wirtschaftliche Rolle. An mehreren Stellen wurde das Gas mittels Bohrungen gesammelt und industriell genutzt, etwa für die Getränkeherstellung. Davon zeugen heute noch technische Relikte entlang des Weges.
Ein besonderer landschaftlicher und naturkundlicher Höhepunkt sind die Mofetten – Stellen, an denen das geruchlose Kohlendioxid direkt aus dem Boden austritt. Diese sollten mit der gebotenen Vorsicht aufgesucht werden. Der Abstecher zu den Mofetten erfolgt etwa 1,1 km nach dem Bahnübergang Lohmühle, wo der Weg beim Hochsitz nach rechts abzweigt. Einige dieser Orte lassen noch Spuren der früheren industriellen Nutzung erkennen.
Der weitere Weg führt unterhalb der Weitenburg entlang. Die weithin sichtbare Höhenburg, erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt, war Sitz bedeutender Adelsgeschlechter und prägt bis heute das Landschaftsbild des Neckartals. Heute befindet sich dort ein Hotel.
Bei Sulzau, einen Ort mit bäuerlich-handwerklicher Tradition, wird der Neckar überquert. Anschließend folgt der Weg dem gegenüberliegenden Ufer bis zum Bahnhof Bad Niedernau. Von hier steigt der Weg auf die Höhe an und führt weiter nach Rottenburg, wo die Wanderung endet. Die Stadt beeindruckt mit ihrem mittelalterlichen Stadtkern, dem Dom St. Martin und ihrer langen kirchlichen Tradition als Sitz des katholischen Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Diese Wanderung verbindet auf eindrucksvolle Weise landschaftliche Vielfalt, Industriegeschichte und die Wandertradition des Schwäbischen Albvereins.
Die genaue Beschreibung der Tour (Karte, Track) ist hier:
Bitte Rucksackvesper und ausreichend Getränke mitbringen. Und denken Sie an witterungsangepasste Kleidung und gute Wanderschuhe.
Streckenwanderung
Treffpunkt: siehe Uhrzeit
Uhrzeit: 8:00 Uhr Bahnhof Stuttgart-Rohr
10:00 Uhr Bahnhof Mühlen bei Horb; Schelmenwasen 12, 72160 Horb-Mühlen (UTM 32N 479789 O; 5366328 N)
Dauer: bis ca. 16:45 Uhr (Ankunft Bahnhof Rottenburg am Neckar)
Strecke: ca. 20,5 km
Reine Gehzeit: ca. 5:15 Std.
Aufstiege: ca. 270 m
Abstiege: ca. 310 m
Schlußeinkehr: in Rottenburg am Neckar
Anmeldung: erforderlich bis 12. April 2026, bei Wanderführer Peter Herrmann
Kosten: für Mitglieder des Schwäbischen Albvereins kostenlos, für Nichtmitglieder 10 €


