Erfolgsmodelle in der Ortsgruppenarbeit – hier ein Beispiel für ein besonderes Wanderwochenende, das in der Ortsgruppe Unterensingen großen Anklang fand.

Beispielsbild zum Digital-Detox-Wochenende – denn die Handys blieben im Rucksack. D.h. es gibt keine Fotos zur Tour außer einem Startfoto, das nicht zur Veröffentlichung zur Verfügung stand.
Zwei Tage ohne Handy – und plötzlich war da wieder Zeit
„Das muss ich kurz googeln!“ – dieser Satz fiel an unserem Digital-Detox-Wochenende erstaunlich oft. Nur dieses Mal ging das nicht. Nach einem gemeinsamen Foto zum Start verschwanden alle Handys in den Rucksäcken – und blieben dort. dem gemeinsamen Startfoto verschwanden die Handys in den Rucksäcken. Wir wollten ausprobieren, wie es sich anfühlt, nicht ständig erreichbar zu sein, nichts mal eben schnell nachzuschauen oder nebenbei noch eine Überweisung zu tätigen und Reels auf Instagram zu scrollen. Eine Herausforderung!
Den Wald genießen – Geräusche, Gerücke und viele weitere Eindrücke
Nachdem alle Handy verstaut waren, ging es vom Parkplatz Hexensattel in Deggingen durch Wald, über Wiesen und Wacholderheiden. Im Schatten einer alten Eiche gab es ein leckeres Picknick. Alle steuerten etwas dazu bei. Ein besonderer Moment war anschließend unser Waldbaden. Wir klopften den Alltag ab, atmeten bewusst durch und legten uns ins Gras, um durch die Baumkronen in den blauen Himmel zu schauen. Wir suchten uns Lieblingsbäume, ertasteten Naturmaterialien mit geschlossenen Augen und ließen uns ganz auf den Wald ein. Es ist erstaunlich und wunderbar, wie schnell aus „nur“ Wald ein Ort voller Geräusche, Gerüche und kleiner Entdeckungen wird.
Reden ohne digitale Störungen
Weiter ging es über den HW1 zum Wasserberghaus, unserem Nachquartier. Dort wurde viel geredet, gelacht und natürlich auch das Handy vermisst – zum Beispiel, wenn man etwas googeln, einen Termin eintragen oder einfach schnell ein Foto machen wollte. Gleichzeitig merkten wir, wie gut es tat, den Menschen am Tisch wirklich zuzuhören, statt zwischendurch auf ein Display zu schauen.
Ruhig, entspannt und zufrieden ins Bett
Am Abend zogen wir Pausenkarten, die uns ganz spielerisch daran erinnerten, wie wir kleine Auszeiten auch in unseren Alltag einbauen können. Anschließend lasen wir gemeinsam in „Toni die Schildkröte“ von Tarik Yilmaz. Die Geschichte über Glück, Unzufriedenheit und die Schutzpanzer, die wir uns im Alltag manchmal selbst aufbauen, passte wunderbar zu unserem Digital-Detox-Wochenende. Mit vielen Gedanken im Kopf und einem rundum zufriedenen Gefühl ließen wir den Abend ausklingen – und fielen schließlich müde, aber glücklich ins Bett.
Yoga in der Morgensonne
Den Sonntag starteten wir draußen mit Yoga in der Morgensonne. In Wanderschuhen und teilweise Jeans war das zwar nicht unbedingt die bequemste Yoga-Stunde unseres Lebens – dafür eine der lustigsten. Spätestens beim anschließenden Lachyoga war jeder wach und gut gelaunt.
Auf dem Rückweg über den Orchideenpfad gab es weitere kleine Naturmomente: bewusstes Atmen, eine Pause bei den beiden hölzernen Löwen mit schöner Aussicht, ein Schildkröten-Mandala aus gesammelten Naturmaterialien und ein kleines Rollenspiel zur Bedeutung der Schafbeweidung für unsere Wacholderheiden. Und natürlich durfte zum Abschluss auch eine gemütliche Einkehr nicht fehlen: Bei leckerem italienischem Essen ließen wir die beiden Wandertage gemeinsam ausklingen.
Ja – bitte im nächsten Jahr gerne wieder
Was bleibt nach rund 16 Wanderkilometern: Das Wochenende hat gut getan. Weniger Nachrichten, weniger „mal eben“, weniger gleichzeitig – dafür mehr Natur, mehr Gespräche, mehr echtes Lachen und mehr Zeit füreinander. Und weil manche Erlebnisse einfach erlebt werden wollen, gibt es von der eigentlichen Digital-Detox-Wanderung übrigens nur ein Gruppenfoto. Die Handys waren schließlich irgendwo tief unten im Rucksack.
Die Frage am Ende, ob wir das im nächsten Jahr wiederholen sollen, wurde eindeutig beantwortet: Ja! Vielleicht denkt jetzt jemand: „Zwei Tage ohne Handy? Das würde ich niemals schaffen.“ Aber manchmal lohnt es sich, genau das einfach einmal auszuprobieren.
Sina Singer, Iryna Likhota und Gabi Scheuter, Wanderführerinnen der Ortsgruppe Unterensingen
